Rückliefertarif CKW: was CKW 2026 und 2027 bezahlt
Rückliefertarif CKW: wie CKW den eingespeisten Solarstrom 2026 und ab 2027 vergütet, was die Herkunftsnachweise bringen, was die 70-Prozent-Regel für neue Anlagen bedeutet und was der Überschuss eines Luzerner Hauses einbringt.
CKW vergütet eingespeisten Solarstrom 2026 zum Referenz-Marktpreis des Bundesamts für Energie, bei einer Anlage unter 30 kW mindestens mit 6 Rp./kWh; ab dem 1. Januar 2027 zum Spotpreis der Viertelstunde, plus einer Prämie auf jede kWh, wenn der Referenzpreis des Quartals unter diesem Minimum liegt. Für abgetretene Herkunftsnachweise bezahlt CKW ab 2027 1 Rp./kWh im Winter- und 0.1 Rp./kWh im Sommerhalbjahr. Neue Anlagen dürfen seit 2026 höchstens 70 % ihrer Modulleistung ins Netz einspeisen; alle Tarife verstehen sich ohne MWST.
| 2026 | 2027 | |
|---|---|---|
| Energie | Referenz-Marktpreis des BFE pro Quartal, mindestens 6 Rp./kWh unter 30 kW | Spotpreis der Viertelstunde, plus Mindestvergütungsprämie, wenn der Referenzpreis des Quartals unter 6 Rp. liegt |
| Herkunftsnachweise (HKN) | Separater Jahrestarif: HKN-Satz auf der Abrechnung 2026 prüfen | 1 Rp./kWh im Winterhalbjahr, 0.1 Rp./kWh im Sommerhalbjahr, nichts in Stunden mit negativem Preis |
| Einspeiseleistung neuer Anlagen | Höchstens 70 % der Modulleistung (unter 1'200 m ü. M.) | wie 2026 |
| Selbst genutzte kWh | — | Spart bei CKW 25.1 Rp. inkl. MWST (ElCom-Tarife 2027, ohne Grundgebühr und Messung) |
CKW ist die Netzbetreiberin für grosse Teile des Kantons Luzern; in der Stadt Luzern ist es ewl. Wer Ihr Netzbetreiber ist, steht auf Ihrer Stromrechnung.
Die Vergütung 2026
CKW richtet die Vergütung für Solarstrom nach dem Referenz-Marktpreis, den das Bundesamt für Energie jedes Quartal festlegt. Liegt er tiefer als die Mindestvergütung, bezahlt CKW das Minimum; das tut CKW nach eigenen Angaben schon seit dem 2. Quartal 2024, bevor die Bundesregel 2026 in Kraft trat.
| Quartal | ReferenzpreisReferenz-Marktpreis Photovoltaik | BezahltAn eine Anlage unter 30 kW bezahlt |
|---|---|---|
| 1. Quartal 2026 | 10.266 Rp./kWh | 10.266 Rp./kWh |
| 2. Quartal 2026 | 3.896 Rp./kWh | 6.00 Rp./kWh (Minimum) |
Die Mindestvergütungen: 6 Rp./kWh bis 30 kW, 1.2 bis 5.8 Rp./kWh von 30 bis 150 kW mit Eigenverbrauch, 6.2 Rp./kWh von 30 bis 150 kW ohne Eigenverbrauch. Grössere Anlagen erhalten den Referenzpreis.
Was sich 2027 ändert
Ab 2027 vergütet CKW jede eingespeiste kWh zum Spotpreis der Viertelstunde, in der sie ins Netz fliesst. Das Bundesgesetz dazu tritt am 1. Januar 2027 in Kraft. Die Spotpreise werden täglich für den nächsten Tag veröffentlicht. Mittags im Sommer, wenn alle Anlagen produzieren, ist der Preis tief, morgens, abends und im Winter höher; laut CKW war er 2025 während rund 300 Stunden negativ.
Die bisherige Mindestvergütung wird zur Mindestvergütungsprämie: Liegt der Referenz-Marktpreis eines Quartals unter dem Minimum Ihrer Anlage, erhalten Sie die Differenz nachträglich für jede eingespeiste kWh. Bei einem Referenzpreis von 4 Rp. sind das 2 Rp. pro kWh zusätzlich zum Spotpreis.
Smart Meter. Der Spotpreis setzt einen Zähler voraus, der jede Viertelstunde misst. Bestehende Anlagen ohne intelligentes Messsystem erhalten nach Bundesrecht weiter den Referenz-Marktpreis, bis der Zähler ersetzt ist, längstens bis Ende 2027. Für eine Anlage, die 2027 neu in Betrieb geht, fragen Sie CKW, welchen Zähler sie einbaut.
Negative Preise. Ab 2027 wird Strom, den Sie in einer Viertelstunde mit negativem Preis einspeisen, negativ vergütet; die Bundesverordnung sieht dafür keine Ausnahme vor. CKW empfiehlt, bei negativen Preisen nichts einzuspeisen und den Strom selbst zu nutzen, etwa für Wärmepumpe, Boiler oder Elektroauto. Ein Energiemanagementsystem kann das automatisch steuern und die Produktion in diesen Stunden auf den Eigenverbrauch begrenzen.
Wie andere Netzbetreiber die Bundesregel umsetzen, zeigt unser Ratgeber zum Rückliefertarif.
Herkunftsnachweise an CKW verkaufen
Ein Herkunftsnachweis (HKN) bescheinigt, dass Ihr Strom erneuerbar ist, und wird zusätzlich zur Energie vergütet, wenn Sie ihn CKW abtreten. Dafür muss die Anlage bei Pronovo registriert und ihre Daten beglaubigt sein. Den HKN-Dauerauftrag melden Sie über das Anmeldeformular auf der Website von CKW an. Anlagen unter 2 kVA, also auch Balkonkraftwerke, erhalten keine HKN.
Ab 2027 unterscheidet CKW nach Jahreszeit: 1 Rp./kWh im Winterhalbjahr, 0.1 Rp./kWh im Sommerhalbjahr, und in Stunden mit negativem Preis nichts. Weil ein Süddach vor allem im Sommer einspeist, bringt das weniger, als der Winterwert vermuten lässt. In unserem Luzerner Beispiel fallen 37.3 % des Überschusses auf die Monate Oktober bis März. Im Mittel sind das rund 0.44 Rp. pro eingespeiste kWh, also rund CHF 40 pro Jahr.
Für die Herkunftsnachweise gilt ein eigener Jahrestarif. Prüfen Sie auf Ihrer CKW-Abrechnung für 2026, ob der HKN separat vergütet wird und welcher Satz für Ihre Anlage gilt. Die CKW-Tarifseite erläutert die Abtretung; die dort als 2025 bezeichneten 2.00 Rp./kWh sind kein Nachweis für Ihren Tarif 2026.
Die 70-Prozent-Regel für neue Anlagen
Seit dem 1. Januar 2026 darf jeder Netzbetreiber höchstens 3 % der jährlich erzeugten Energie einer Anlage abregeln, ohne dafür zu bezahlen (Art. 19c StromVV). Der Branchenverband VSE hat festgelegt, wie das umgesetzt werden kann, und CKW wendet diese Regel an: Neue Solaranlagen unter 1'200 m ü. M. dürfen höchstens 70 % ihrer Modulleistung (DC-Nennleistung) ins Netz einspeisen.
- Was es kostet: Laut CKW verlieren Betreiber dadurch höchstens 3 % ihres Jahresertrags, die meisten deutlich weniger. Bei 11'496 kWh Jahresproduktion sind 3 % höchstens 345 kWh, zu 7 Rp. höchstens rund CHF 24 pro Jahr. CKW muss diese Einbusse nicht entschädigen.
- Was nicht betroffen ist: Die Begrenzung gilt für die Einspeisung ins Netz. Strom, den Sie im Haus direkt verbrauchen oder in einer Batterie speichern, fällt nicht darunter.
- Bestehende Anlagen: CKW kann die Regel später auf bestehende Anlagen ausweiten, wenn es dem Netz dient, etwa um einen Netzausbau zu vermeiden, und will betroffene Kunden rechtzeitig informieren.
Die Einstellung erfolgt am Wechselrichter oder am Energiemanagementsystem. Ein gemeinsames Merkblatt von VSE und Smart Grid Schweiz, das CKW verlinkt, beantwortet Fragen etwa zu Balkonkraftwerken, Erweiterungen und ZEV.
Rechenbeispiel: ein Haus im CKW-Gebiet
Unser Rechner rechnet mit einem Haus mit 7'500 kWh Verbrauch pro Jahr (ElCom-Profil mit elektrischem Boiler), das tagsüber zeitweise bewohnt ist, und einer Anlage mit 10 kWp nach Süden mit 30° Neigung, Ertrag der Stadt Luzern laut PVGIS. Die selbst genutzte kWh spart bei CKW 25.1 Rp. inkl. MWST. Die Anlage kostet laut Preisstudie 2025 von EnergieSchweiz CHF 23'304 inkl. MWST, nach der Einmalvergütung von Pronovo von CHF 3'600 also CHF 19'704.
Die Anlage produziert rund 11'500 kWh. Das Haus nutzt 2'207 kWh direkt und speist 9'289 kWh ein. Weil der Spotpreis 2027 vom Markt abhängt, zeigt die Tabelle mehrere Werte für den Überschuss:
| Überschuss vergütet mit | 6 Rp. (Minimum 2026) | 7 Rp. (Wert des Rechners) | 7 Rp. + HKN 2027 | 8 Rp. |
|---|---|---|---|---|
| Erlös für 9'289 kWh | CHF 557 | CHF 650 | CHF 691 | CHF 743 |
| Ersparnis im ersten Jahr | CHF 1'111 | CHF 1'204 | CHF 1'245 | CHF 1'297 |
| Amortisation | 18.4 Jahre | 16.9 Jahre | 16.3 Jahre | 15.6 Jahre |
Die 7 Rp. sind der nach Einspeisung gewichtete Durchschnitt der Quartale vom 3. Quartal 2025 bis zum 2. Quartal 2026, mit dem Minimum von 6 Rp. Mit einer Batterie von 10 kWh (CHF 6'964) steigt der selbst genutzte Anteil auf 5'673 kWh, und die Amortisation sinkt bei 7 Rp. auf 15.2 Jahre. Die Rechnung nimmt gleichbleibende Preise an, 0.4 % weniger Ertrag pro Jahr und keinen Steuerabzug. Das sind Schätzungen unseres Rechners, keine Offerte.
Eine selbst verbrauchte kWh ist hier rund dreieinhalbmal so viel wert wie eine eingespeiste. Ab 2027 kommt hinzu, dass mittags eingespeister Strom oft am wenigsten bringt. Der Ratgeber zum Batteriespeicher und der Ratgeber Lohnt sich eine Solaranlage? zeigen, wie Sie den Eigenverbrauch erhöhen.
Anmeldung bei CKW
Die Anmeldung beim Netzbetreiber übernimmt in der Regel Ihr Installateur. Er reicht das technische Anschlussgesuch ein, danach vor Arbeitsbeginn die Installationsanzeige. Nach der Schlusskontrolle erhalten Sie den Sicherheitsnachweis, den Sie dem Netzbetreiber zustellen; oft übernimmt das der Installateur. Nach der Inbetriebnahme beantragen Sie bei Pronovo die Einmalvergütung, lassen die Anlagedaten für HKN beglaubigen und melden bei CKW den HKN-Dauerauftrag an. Die ganze Reihenfolge zeigt der Ratgeber Solaranlage installieren.
Was Sie mit CKW klären
- Welcher HKN-Satz gilt 2026 für meine Anlage, und ist mein HKN-Dauerauftrag aktiv?
- Misst mein Zähler jede Viertelstunde, damit ab 2027 der Spotpreis gilt?
- Ist mein Wechselrichter für eine neue Anlage auf die 70-Prozent-Regel eingestellt, und wer übernimmt die Einstellung?
- Wird der Überschuss gemessen oder die ganze Produktion, und wie oft wird abgerechnet?
Im Kanton Luzern gilt zudem eine Solarpflicht für Neubauten und Dachsanierungen, und der Verkauf des Überschusses ist erst über einer Produktion von 10'000 kWh pro Jahr steuerbar. Beides erklärt unser Ratgeber zur Solaranlage im Kanton Luzern. Ein Balkonkraftwerk melden Sie nach den Vorgaben des Netzbetreibers.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Rückliefertarif der CKW 2026?
Der Referenz-Marktpreis des BFE pro Quartal, bei einer Anlage unter 30 kW mindestens 6 Rp./kWh: 10.266 Rp. im 1. und 6.00 Rp. im 2. Quartal 2026. Dazu kommt die Vergütung für abgetretene Herkunftsnachweise. Alle Beträge ohne MWST.
Was ändert sich 2027 bei CKW?
CKW vergütet jede kWh zum Spotpreis der Viertelstunde, plus einer Prämie, wenn der Referenzpreis des Quartals unter dem Minimum liegt. Herkunftsnachweise bringen 1 Rp. im Winter- und 0.1 Rp. im Sommerhalbjahr, in Stunden mit negativem Preis nichts.
Was bedeutet die 70-Prozent-Regel für meine neue Anlage?
Seit 2026 darf eine neue Anlage unter 1'200 m ü. M. höchstens 70 % ihrer Modulleistung ins Netz einspeisen. Laut CKW kostet das höchstens 3 % des Jahresertrags, meist weniger, und wird nicht entschädigt. Den selbst verbrauchten Strom betrifft es nicht.
Lohnt es sich, die Herkunftsnachweise an CKW abzutreten?
Es bringt etwas, aber nicht viel: Für ein typisches Haus mit 10 kWp sind es ab 2027 rund 0.44 Rp. pro eingespeiste kWh, also rund CHF 40 pro Jahr. Voraussetzung sind die Beglaubigung bei Pronovo und ein Dauerauftrag an CKW.
Wie viel bringt der Überschuss eines Hauses im CKW-Gebiet?
In unserem Beispiel mit 10 kWp und 9'289 kWh Überschuss zwischen CHF 557 bei 6 Rp. und CHF 743 bei 8 Rp. pro Jahr, ohne MWST. Mehr bringt der Eigenverbrauch: Jede selbst genutzte kWh spart bei CKW 25.1 Rp.
